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Biber findet seinen Platz in der Grundschule

Schwarze Schwaben

Kindergarten beim Tierpräparator

"Tiere zu präparieren, ist mein großes Hobby"

MASELHEIM - Eines der schönsten Ausstellungsstücke der Fürstenwaldschule in Ochsenhausen ist ein halbwüchsiger toter Biber, präpariert von Tierpräparator Ralph Gräter aus Maselheim. SZ-Mitarbeiter Hans-Jörg Reiff hat ihn in seiner Werkstatt besucht und mit ihm über seine Arbeit gesprochen. Äußerlich ist das Gebäude "Dürnach 25" in Maselheim ein Haus wie jedes andere.

Äußerlich ist das Gebäude "Dürnach 25" in Maselheim ein Haus wie jedes andere. Nur Eingeweihte wissen, welche Schätze, manchmal geradezu Kunstobjekte sich unter dem Dach befinden. Einen Tierpräparator stellt man sich auch etwas anders vor als den groß gewachsenen, sportlichen Ralph Gräter, dem man seine 40 Jahre, "davon 23 als Präparator", wie er sagt, kaum abnimmt. Allerdings hat er noch ein zweites Standbein in seinem erlernten Beruf als Maschinenschlosser bei der Firma Liebherr. "Die Tierpräparation ist mein großes Hobby, aber ob ich je voll davon leben kann, steht in den Sternen", meint er gelassen.

Der Biber in Ochsenhausen, sagt er, sei keine besondere Herausforderung gewesen. Er habe in letzter Zeit zwei weitere Biber präpariert, die dem Straßenverkehr zum Opfer gefallen seien. Sie haben keine natürlichen Feinde, vermehren sich stark und müssen sich deshalb als Halbwüchsige neue Reviere suchen. Dabei sind auch Straßen zu überqueren mit den entsprechenden Risiken.

Wie wird man Präparator? Ralph Gräter kann sich kaum noch an die Anfänge erinnern. Schon zu Hause, als kleiner Junge, habe er mit ausgestopften Tieren zu tun gehabt. "Bereits damals hat mich die Frage beschäftigt: Wie kommt es, dass das Tier nicht zerfällt?", erzählt er. Mit dem Vater zusammen habe er in Munderkingen einen Präparator besucht und von da an sei es endgültig um ihn geschehen gewesen. Mit Einblick in die Literatur sei seine Faszination eher noch gestiegen, erzählt er. Mit 17 habe er mit eigenen Arbeiten begonnen, und bei einem Urlaub in Alaska habe er Profis kennengelernt, die Großwild in riesigen Hallen präparieren. Bei ihnen habe er viel erfragt und abgeguckt. Probieren und Experimentieren sei für die Tierpräparation außerordentlich wichtig, denn Ausbildungsmöglichkeiten im strengen Sinne gebe es wenige. Dann geht es über steile Treppen in die Werkstatt unter dem Dach. Es riecht nach Chemie, und von allen Seiten wird der Besucher beäugt von ausgestopften Tieren, von der Maus über den Hecht bis zum Schwarzbären.

Tiere naturgetreu präsentieren

Wenn der Volksmund von "Ausstopfen" spreche und damit meine, dass man dem Tier die Körperorgane entnehme und die Leibeshöhle mit Holzwolle fülle, so sei diese Vorstellung völlig falsch, stellt Ralph Gräter klar. Bei der Präparation wird zunächst das tote Tier abgezogen; es bleiben Haut und Haare beziehungsweise Federn. Als Nächstes muss die Innenseite mit diversen Chemikalien und Stoffen - hier gibt es Geheimnisse - konserviert werden. Der abgezogene Kern wird in seiner Form in der Regel mit PU-Schaum exakt nachgebildet und dann in die Hülle eingebaut. Hier spricht Ralph Gräter von "Kunsthandwerk" oder, er verbessert sich, von "Kunst am Tier". Sein Ziel sei es, das Tier naturgetreu zu präsentieren. Dafür seien anatomische Kenntnisse, Beobachtungen in Wald und Flur, das Sammeln von Materialien und viel Liebe zur Natur und den Tieren notwendig.

Bei Ralph Gräter kann man fertig präparierte Tiere erwerben. In Auftrag geben kann man bei ihm alles, von der Maus bis zum Bären , "aber im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen", betont er. Wer tote, meist überfahrene Tiere findet, sollte sie sich allerdings nicht einfach aneignen, sondern sich vom Revierpächter beraten lassen. Wenn das Tier platt ist, so ist das für den erfahrenen Präparator kein ernsthaftes Problem. Die Schwierigkeiten beginnen erst dann, wenn Extremitäten fehlen.

(Erschienen: 28.06.2007 01:01)

Kindergarten hat jetzt einen Storch

Mit einem jungen Storch können seit gestern die Kinder des Emerkinger Kindergartens auf Augenhöhe gehen. Dafür haben Bürgermeister Hans Rieger und "Storchenvater" Dr. Wolfgang Biegert gesorgt.

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Mit einem jungen Storch können seit gestern die Kinder des Emerkinger Kindergartens auf Augenhöhe gehen. Dafür haben Bürgermeister Hans Rieger und "Storchenvater" Dr. Wolfgang Biegert gesorgt. Nachdem der drei Monate alte Adebar aus dem Gögglinger Nest bei einem Ausflug in Emerkingen tödlich verunglückt war, hatten der Bürgermeister und der Tierarzt die Idee, den Weißstorch als Anschauungsobjekt für schulische Zwecke präparieren zu lassen (wir berichteten). Das Regierungspräsidium Tübingen genehmigte das Vorhaben. Der aus Munderkingen stammende Tierpräparator Ralph Gräter brachte gestern das Störchlein in den Kindergarten, in Begleitung von Rieger und Gräter. Dort können die Schulen den Vogel auch für Unterrichtszwecke ausleihen, sagte der Bürgermeister und erklärte: "Die Gemeinde zahlt 270 Euro für das Präparieren." bu

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